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Viel Personal, trotzdem Lücken: Deutschlands Steuerverwaltung im EU-Vergleich

Zusammenfassen mit

ChatGPT Claude Gemini Peplexity
Europäische Wahrzeichen aus Aktenordnern und Papierstapeln

Wie groß ist Deutschlands Steuerverwaltung im europäischen Vergleich? Gemessen an der Bevölkerung gehört sie zu den größten der EU, auch ihre Kostenquote ist hoch. Zugleich fehlt den Finanzämtern Personal. Auf rund 760 Einwohner entfällt eine Vollzeitstelle, in Italien auf 1.850, in Spanien auf 2.330.

Steuern zu erheben braucht Personal und Geld, in der öffentlichen Verwaltung ebenso wie in der privaten Steuerberatung. Eine Bestandsaufnahme für alle 27 EU-Länder zeigt, wie Deutschland im Vergleich aufgestellt ist.

In Deutschland entfallen 1,2 Euro laufende Verwaltungskosten auf 100 Euro Steuereinnahmen. Damit liegt die Kostenquote auf Platz 3 von 27, hinter Polen und der Slowakei. Der Median der EU-Länder liegt bei 0,7 Euro.

Infografik „Der Steuerapparat“: Deutschlands Steuerverwaltung im EU-Vergleich. Karte der Vollzeitstellen je 10.000 Einwohner (Deutschland 13,2, Platz 7 von 27), Kassenbon der Kosten je 100 Euro Steuereinnahmen (Deutschland 1,2 Euro, Platz 3) und Entwicklung seit 2014 (Kanzleien +28 %, Finanzämter −3,5 %)
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BuchhaltungsButler und DataPulse Research haben Personal und Kosten der Steuerverwaltungen sowie die Größe der privaten Branche für Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung ausgewertet. Grundlage sind die OECD-Erhebung zu den Steuerverwaltungen für 2024 und die Unternehmensstatistik von Eurostat für 2023. Die Zahlen zeigen, wie groß die Verwaltungen sind und was ihr Betrieb kostet, aber nicht, wie effizient sie arbeiten.

Die Kennzahlen für jedes EU-Land lassen sich im interaktiven Kassenbon am Ende der Studie erkunden: vom Personal und den Kosten der Steuerverwaltung bis zur Größe der privaten Branche.

Zum Kassenbon der Länder

Deutschlands Steuerverwaltung liegt beim Personal je Einwohner auf Platz 7

Die Steuerverwaltungen der EU zählen 2024 insgesamt 416.274 Vollzeitstellen, davon 110.024 in Deutschland. Das entspricht EU-weit 9,3 Stellen je 10.000 Einwohner. Die Spanne reicht von 4,3 in Spanien bis 21,6 in Luxemburg. Grundlage sind die an die OECD gemeldeten Vollzeitäquivalente ohne reine Zollstellen.

Mit 13,2 Vollzeitstellen der Steuerverwaltung je 10.000 Einwohner liegt Deutschland auf Platz 7 von 27. Der Wert ist rund dreimal so hoch wie in Spanien mit 4,3. Nur Luxemburg, Dänemark, Slowenien, Belgien, die Niederlande und Ungarn haben gemessen an der Bevölkerung größere Verwaltungen. Die gestrichelten Zeilen zeigen das Vereinigte Königreich und Norwegen nach derselben OECD-Zählung.

Vier der sechs Länder mit höheren Personalwerten als Deutschland ziehen auch Sozialversicherungsbeiträge über ihre Steuerverwaltung ein. In Deutschland übernehmen das die Krankenkassen. Betrachtet man nur die 14 Steuerverwaltungen ohne diese Zuständigkeit, liegt Deutschland auf Platz 3, hinter Luxemburg und Belgien. Belgien rückte 2024 vor Deutschland, nachdem das gemeldete Personal um 9,5 % gestiegen war.

Insgesamt ziehen 13 der 27 EU-Steuerverwaltungen auch Sozialversicherungsbeiträge ein. Diese zusätzliche Aufgabe beeinflusst sowohl den Personalumfang als auch die ausgewiesenen Einnahmen und schränkt direkte Ländervergleiche ein. Auch die Vergleichsländer Vereinigtes Königreich und Norwegen haben diese Zuständigkeit.

Bei der Kostenquote liegen nur Polen und die Slowakei vor Deutschland

Um 100 Euro Steuern einzunehmen, gibt Deutschlands Steuerverwaltung 1,2 Euro aus. Nur in Polen und der Slowakei ist der Aufwand mit 1,5 beziehungsweise 1,4 Euro höher. Frankreich, Italien und Spanien kommen mit 0,7, 0,6 und 0,5 Euro aus. Wie Deutschland ziehen diese Verwaltungen keine Sozialversicherungsbeiträge ein. Unter den 14 Verwaltungen ohne diese Zuständigkeit liegt die Kostenquote im Median bei 0,7 Euro.

Polen, die Slowakei, Deutschland und Tschechien weisen die vier höchsten Kostenquoten der EU auf und bilden eine zusammenhängende Ländergruppe. Ein Klick auf ein Land zeigt die Kennzahlen zur Steuerverwaltung und zur privaten Branche. Alle Länder lassen sich auch im interaktiven Kassenbon weiter unten vergleichen.

Polen weist die höchste Kostenquote auf. Dort stiegen die Personalkosten 2024 um 31 %, während die Personalzahl nur um 2,7 % zunahm.

Deutschlands Quote liegt seit 2018 in jedem Jahr zwischen 1,2 und 1,4 Euro je 100 Euro Steuereinnahmen.

2024 beliefen sich die laufenden Ausgaben der deutschen Steuerverwaltung auf insgesamt 10,7 Milliarden Euro. Das entspricht 128 Euro je Einwohner. Bei den Pro-Kopf-Ausgaben liegt Deutschland damit auf Platz 4 von 27. Frankreich gab 64 Euro je Einwohner aus, Italien 52 und Spanien 28.

Die Rangliste zeigt allerdings nicht nur Unterschiede bei den Verwaltungskosten. Sie hängt auch davon ab, welche Einnahmen und Aufgaben die Länder in ihre Angaben einbeziehen. Die OECD nennt mehrere Grenzen des Vergleichs:

  • Zieht eine Verwaltung auch Sozialversicherungsbeiträge ein, fällt ihre Kostenquote tendenziell niedriger aus. Unter den 14 Verwaltungen ohne diese Zuständigkeit liegt Deutschland ebenfalls auf Platz 3, hinter Polen und der Slowakei.
  • Deutschlands gemeldete Einnahmen enthalten keine Verbrauchsteuern, da diese vom Zoll erhoben werden. In Polen machen sie dagegen 14 % der gemeldeten Einnahmen aus, in Spanien 8 %. Ihre Einbeziehung würde die deutsche Quote rechnerisch senken. Die unterschiedliche Abgrenzung lässt Deutschlands Kostenquote im Vergleich daher eher höher erscheinen.
  • Ein höherer Anteil an Mehrwertsteuer oder an Steuern, die direkt an der Quelle einbehalten werden, kann die Erhebungskosten im Verhältnis zu den Einnahmen senken. Auch Unterschiede in der Rechnungslegung beeinflussen die Quote.
Ein helles Büro, durch eine Glaswand geteilt, links eine geschäftige Steuerkanzlei mit sechs Menschen an Schreibtischen, Ordnern und Pflanzen, rechts ein ruhiger Schalter im Finanzamt, an dem ein Sachbearbeiter einer wartenden Person gegenübersitzt
Bild: KI-generiert

Den Finanzämtern fehlt Personal, fast 6.900 Stellen sind unbesetzt

Die bereits im OECD-Vergleich genannten 110.024 Vollzeitstellen umfassen das Bundeszentralamt für Steuern, das Steuerpersonal des Bundesministeriums der Finanzen und die 16 Steuerverwaltungen der Länder einschließlich ihrer Finanzämter.

Die folgenden Angaben zu vorgesehenen, besetzten und unbesetzten Stellen beziehen sich dagegen ausschließlich auf die Finanzämter.

Zur gesamten Finanzverwaltung gehören außerdem der Zoll, die Finanzministerien, die Landeskassen und die Bezügestellen. In diesem weiter gefassten Bereich waren im Juni 2024 insgesamt 197.800 Menschen beschäftigt.

  • Von 2009 bis 2025 sank das Personal im Dienst der Finanzämter um 5,7 %, von 102.580 auf 96.736 (Drucksache 19/13748; 2025: Bundesministerium der Finanzen). Die vorgesehenen Stellen nahmen dagegen zu: von 109.060 im Jahr 2017 auf 110.752 im Jahr 2023.
  • 2023 waren in den Finanzämtern 110.752 Vollzeitstellen vorgesehen. Den Angaben zufolge waren 103.923 Stellen besetzt und 6.828 unbesetzt. Das tatsächlich einsetzbare Personal entsprach 97.350 Vollzeitäquivalenten (Drucksache 20/13523).
  • 2024 waren 6.869 Stellen unbesetzt (Drucksache 21/2452).

Für die gesamte Finanzverwaltung rechnet die Deutsche Steuer-Gewerkschaft auf Grundlage einer Studie zum öffentlichen Dienst hoch, dass bis 2030 rund 45.000 Beschäftigte fehlen werden.

Eine Straße mit Kopfsteinpflaster in einer deutschen Stadt im Morgenlicht, links eine renovierte Steuerkanzlei mit Glasfront und hellblauen Türen, vor der Menschen mit dem Fahrrad ankommen, rechts ein älteres graues Finanzamt mit geschlossenem Fensterladen und einem einzelnen Fahrrad
Bild: KI-generiert

Deutschlands private Steuerbranche ist in absoluten Zahlen groß, je Einwohner liegt sie im EU-Mittelfeld

2023 arbeiteten in Deutschland 464.000 Menschen in der Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung. Ihr Arbeitsumfang entsprach 397.000 Vollzeitstellen. Nach der Zahl der Beschäftigten ist die deutsche Branche die größte dieser Art in der EU. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt sie dagegen im Mittelfeld: auf Platz 11 von 27.

Luxemburg, Zypern, Malta und Irland führen die Rangliste der privaten Vollzeitstellen je Einwohner an. An diesen Finanzplätzen betreuen die Unternehmen der Branche auch Fonds und ausländische Unternehmen.

In Deutschland kommen auf eine Vollzeitstelle der Steuerverwaltung 3,6 Vollzeitstellen in Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung. Damit liegt Deutschland auf Platz 21 von 27; für die EU insgesamt beträgt das Verhältnis 4,5.

Zwischen 2014 und 2025 nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung um 28 % zu. Damit wuchs die Branche stärker als die Gesamtbeschäftigung in Deutschland, die um 16 % stieg. In den Finanzämtern sank das Personal dagegen um 3,5 %, gemessen in Vollzeitäquivalenten.

Daten zur Zeitreihe anzeigen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung (30. Juni), alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (30. Juni) und Vollzeitstellen der Finanzämter (31. Dezember), Grundlage der Indexlinien (2014 = 100)
JahrPrivate BrancheAlle BeschäftigtenFinanzämter
2014275.86630.174.505100.276
2015283.22230.771.29799.605
2016289.15031.443.31899.100
2017298.13332.164.97398.667
2018306.08932.870.22897.636
2019313.01833.407.26296.898
2020317.09433.322.95296.602
2021321.50033.802.17397.189
2022332.84734.445.08797.603
2023344.35734.709.05697.350
2024347.46734.837.10296.901
2025354.10234.885.48896.736

Quellen: Bundesagentur für Arbeit; Antworten der Bundesregierung auf Anfragen aus dem Bundestag; Bundesministerium der Finanzen

Was das für Selbstständige und kleine Unternehmen bedeutet

Während die Finanzämter seit 2014 rund 3,5 % ihrer Vollzeitstellen verloren haben, zählen Kanzleien, Buchhaltungsbüros und Wirtschaftsprüfung 28 % mehr Beschäftigte. Für Selbstständige und kleine Unternehmen bleibt die laufende Buchhaltung eine gemeinsame Aufgabe von Betrieb und Kanzlei: Belege müssen gesammelt, Geschäftsvorfälle gebucht und Unterlagen für Steuererklärungen vorbereitet werden.

Die Digitalisierung kann diese Zusammenarbeit erleichtern. Einen konkreten Ansatzpunkt bietet die E-Rechnung: Strukturierte Rechnungsdaten lassen sich automatisch auslesen und für die Buchhaltung weiterverarbeiten. Zusammen mit digital gesammelten Belegen und einer abgestimmten Datenübergabe an die Kanzlei lassen sich so die eigenen Buchhaltungsabläufe vereinfachen.

Was die Zahlen nicht zeigen

Die Studie erfasst den Personalbestand und die laufenden Ausgaben der Steuerverwaltungen sowie die Größe der Branche für Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung. Daraus lässt sich nicht ablesen, wie effizient eine Verwaltung arbeitet oder wie viel Personal sie benötigt. Auch der gesamte Aufwand, den Unternehmen und Haushalte mit ihren Steuern haben, wird damit nicht erfasst.

Jedes Land als Kassenbon

Die Kennzahlen zur Steuerverwaltung und zur Branche für Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung, für jedes Land kompakt im Kassenbonformat.

Der SteuerapparatSteuerverwaltungen und private Branche in 27 EU-Ländern · BuchhaltungsButler × DataPulse Research · 2024
„Steuerbeamte“ bezeichnet im Kassenbon vereinfachend die an die OECD gemeldeten Vollzeitstellen der Steuerverwaltung für 2024 (ISORA-Datenbank des IWF), ohne reine Zollstellen. Die Kosten sind die laufenden Ausgaben der Verwaltung je 100 Euro Nettoeinnahmen (OECD). Die private Seite umfasst die Vollzeitstellen in Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung (Eurostat, 2023), Inhaber einmal gezählt. Das Verhältnis beruht auf den Vollzeitstellen der Steuerverwaltung 2023. Platz 1 bezeichnet jeweils den höchsten Wert unter den 27 EU-Ländern. Der Stempel zeigt den Platz bei den Steuerbeamten je 10.000 Einwohner. Im Land selbst veröffentlichte Zahlen weichen in Abgrenzung (oft mit Zoll) und Jahr ab. Das Vereinigte Königreich und Norwegen stehen außerhalb der EU-Rangfolge.
Alle 27 EU-Länder als Tabelle

Die Tabelle zeigt den Personalbestand der Steuerverwaltungen je 10.000 Einwohner, ihre laufenden Kosten je 100 Euro Steuereinnahmen und die Vollzeitstellen in Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung je 10.000 Einwohner. Außerdem stellt sie das Verhältnis zwischen den Vollzeitstellen der privaten Branche und denen der Steuerverwaltung dar.

Unter jedem Wert steht der Platz in der EU. ° zieht auch Sozialversicherungsbeiträge ein · * Finanzplatz · ** Frankreich: enge Abgrenzung · † Rumänien: selbstständige Buchhalter vermutlich untererfasst. Erläuterungen unter der Tabelle.

LandVollzeitstellen Steuerverwaltung je 10.000 Einwohner (2024)Verwaltungskosten je 100 Euro Steuern (2024)Vollzeitstellen der privaten Branche je 10.000 Einwohner (2023)Private Vollzeitstellen je Vollzeitstelle der Steuerverwaltung (2023)
Luxemburg21,6 Platz 10,9 Platz 5282,8* Platz 113,6* Platz 2
Dänemark18,7° Platz 20,8 Platz 838,1 Platz 212,2 Platz 25
Slowenien14,1° Platz 30,6 Platz 1735,5 Platz 222,5 Platz 24
Belgien14,0 Platz 40,7 Platz 1126,5 Platz 262,1 Platz 26
Niederlande13,7° Platz 50,8 Platz 852,9 Platz 94,1 Platz 17
Ungarn13,3° Platz 60,8 Platz 868,7 Platz 55,0 Platz 12
Deutschland13,2 Platz 71,2 Platz 347,8 Platz 113,6 Platz 21
Polen12,8 Platz 81,5 Platz 142,4 Platz 173,4 Platz 22
Lettland12,5° Platz 90,7 Platz 1138,1 Platz 202,9 Platz 23
Tschechien12,4 Platz 101,0 Platz 452,6 Platz 104,1 Platz 17
Bulgarien12,3° Platz 110,9 Platz 545,9 Platz 133,7 Platz 20
Slowakei10,3 Platz 121,4 Platz 259,7 Platz 75,7 Platz 10
Rumänien10,2° Platz 130,7 Platz 1113,7† Platz 271,3† Platz 27
Irland9,5° Platz 140,3 Platz 2576,1* Platz 47,8* Platz 7
Kroatien9,3° Platz 150,6 Platz 1739,5 Platz 194,3 Platz 16
Österreich9,0 Platz 160,7 Platz 1142,9 Platz 154,9 Platz 14
Finnland8,9° Platz 170,6 Platz 1735,2 Platz 243,8 Platz 19
Schweden8,6° Platz 180,4 Platz 2342,7 Platz 164,8 Platz 15
Portugal8,3 Platz 190,9 Platz 553,3 Platz 86,4 Platz 9
Litauen8,3 Platz 200,4 Platz 2343,3 Platz 145,0 Platz 12
Zypern7,3 Platz 210,7 Platz 11107,7* Platz 214,0* Platz 1
Malta6,7° Platz 220,2 Platz 2688,4* Platz 313,3* Platz 3
Griechenland6,6 Platz 230,6 Platz 1747,7 Platz 126,9 Platz 8
Frankreich5,4** Platz 240,7 Platz 1129,9 Platz 255,3 Platz 11
Italien5,4 Platz 250,6 Platz 1741,7 Platz 188,4 Platz 5
Estland4,8° Platz 260,2 Platz 2663,8 Platz 611,7 Platz 4
Spanien4,3 Platz 270,5 Platz 2235,4 Platz 238,0 Platz 6
Außerhalb der EU, gleiche OECD-Zählung (ohne Platz)
Vereinigtes Königreich8,3°0,6––
Norwegen12,5°0,4––

° zieht auch die Sozialversicherungsbeiträge ein. * Finanzplatz: Buchhaltungs- und Prüfungsgesellschaften arbeiten für viele ausländische Kunden und Fonds. ** Frankreich: enge Abgrenzung, nur die Steuerarbeit; die DGFiP hat 2,4-mal so viele Vollzeitstellen. † Rumänien: selbstständige Buchhalter vermutlich untererfasst. Das Verhältnis privater Vollzeitstellen je Vollzeitstelle der Steuerverwaltung beruht auf beiden Seiten auf 2023 (Steuerverwaltung 2023: Italien 5,0, Deutschland 13,3 je 10.000 Einwohner). Die Plätze je Einwohner beruhen auf ungerundeten Werten (Portugal vor Litauen bei 8,3; Frankreich vor Italien bei 5,4); bei den Kosten und bei den Plätzen je Steuerbeamten teilen sich Länder mit gleichem gerundeten Wert einen Platz. Die Schweiz und die USA fehlen: Ihre OECD-Angaben umfassen nur die Bundesverwaltung. Quellen: OECD (ISORA) über den IWF, Haushaltsjahr 2024; Eurostat sbs_ovw_act (2023) und demo_pjan; Weltbank-Bevölkerung für die Vergleichszeilen.

Methodik in Kürze

  • Steuerverwaltungen: OECD-Erhebung ISORA, Haushaltsjahr 2024, aus der Datenbank des IWF; Vollzeitstellen ohne Zoll, je 10.000 Einwohner; Kosten als laufende Ausgaben je 100 Euro Nettoeinnahmen. „Typisch“ ist der Median der EU-Länder.
  • Private Seite: Unternehmensstatistik von Eurostat, Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung, 2023, Inhaber einmal gezählt.
  • Deutschland: Antworten der Bundesregierung auf Anfragen aus dem Bundestag, Bundesministerium der Finanzen, Bundesagentur für Arbeit, Destatis.
Quellen und Methodik im Detail

Steuerverwaltungen: International Survey on Revenue Administration (ISORA, getragen von OECD, IWF, IOTA, CIAT und ADB), Haushaltsjahr 2024, aus der ISORA-Datenbank des IWF (Erhebungsrunde 2025). Der OECD-Bericht Tax Administration 2025 veröffentlicht aus derselben Erhebung das Haushaltsjahr 2023, in dem Deutschland je Einwohner auf Platz 6 von 27 lag (13,3), bei Kosten von 1,3 Euro je 100 Euro Nettoeinnahmen. Gezählt werden nach Tabelle A.18 die Vollzeitäquivalente der Steuerverwaltung insgesamt, bei gemeinsamen Steuer- und Zollverwaltungen die Schätzung der OECD nur für den Steuerteil, ohne reine Zollstellen. Für Deutschland sind das 110.024 im Jahr 2024 (110.592 im Jahr 2023) im Bundesministerium der Finanzen, im Bundeszentralamt für Steuern und in den 16 Steuerverwaltungen der Länder; Zoll und kommunale Steuerämter gehören nicht zum meldenden Bereich. Der Wert für Dänemark umfasst mehr als die eigentliche Steuerbehörde, denn dieselbe Ministeriumsgruppe betreibt auch den Forderungseinzug, die Immobilienbewertung und die Kfz-Steuern. Belgien meldete 2024 9,5 % mehr Personal, nachdem die Zahl von 2018 bis 2023 um 4 % gesunken war. Der Wert für Frankreich ist der Steueranteil der DGFiP, die auch das öffentliche Rechnungswesen, die Kassenführung der Gebietskörperschaften und das Kataster betreibt; ihre eigene Vollzeitzahl ist 2,4-mal so hoch wie der OECD-Wert. Die Bevölkerung stammt aus Eurostat demo_pjan, zum 1. Januar 2024 für die Verwaltungen und zum 1. Januar 2023 für die private Seite; der Platz je Einwohner beruht auf ungerundeten Werten. Die Erhebungskosten sind die laufenden Erhebungskosten nach ISORA (OECD-Tabelle D.6), also die gesamten laufenden Ausgaben geteilt durch die gesamten Nettoeinnahmen, mal 100; sie sind wie bei der OECD auf eine Nachkommastelle gerundet, gleiche Werte teilen sich einen Platz (ungerundet Polen 1,49, Slowakei 1,37, Deutschland 1,23). Die OECD weist darauf hin, dass Unterschiede im Aufgabenzuschnitt, bei der Zuständigkeit für Sozialversicherungsbeiträge und in der Rechnungslegung direkte Vergleiche einschränken. Die Zuständigkeit für Sozialversicherungsbeiträge stammt aus Tabelle A.3. Die Euro-Beträge je Einwohner beruhen auf den laufenden Ausgaben, die jede Verwaltung meldet (ISORA-Tabelle A.16), außerhalb des Euroraums umgerechnet mit den Durchschnittskursen der Europäischen Zentralbank für 2024. Für die Vergleichsländer gelten dieselben Tabellen, für das Vereinigte Königreich (HMRC, eine gemeinsame Verwaltung; Schätzung der OECD nur für den Steuerteil) und für Norwegen, dessen Behörde auch das Einwohnerregister und den staatlichen Forderungseinzug führt; die Bevölkerung stammt von der Weltbank, 2024. Die Schweiz fehlt, weil die OECD-Zeile nur die Eidgenössische Steuerverwaltung (998 Vollzeitstellen) umfasst, während die Kantone den Großteil der Steuern einziehen. Die USA fehlen aus demselben Grund (die Bundessteuerbehörde IRS mit 90.516 Stellen, ohne die Steuerbehörden der Bundesstaaten).

Private Branche: Unternehmensstatistik von Eurostat (sbs_ovw_act), NACE 69.2 (Steuerberatung, Buchführung und Wirtschaftsprüfung), tätige Personen einschließlich Inhaber, 2023, das letzte Jahr, in dem alle 27 Länder gleich zählen. Die Vollzeitstellen ergeben sich aus den Vollzeitäquivalenten der Arbeitnehmer plus je einer Stelle für jeden Inhaber. Die Anteile beziehen sich auf alle Erwerbstätigen laut Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung (nama_10_a10_e). Die Finanzplätze (Luxemburg, Zypern, Malta, Irland) sind markiert, weil ihre Buchhaltungs- und Prüfungsgesellschaften Investmentfonds und Unternehmen in ausländischem Besitz betreuen; Rumäniens selbstständige Buchhalter sind vermutlich untererfasst; die Hälfte der in der italienischen Branche Tätigen ist selbstständig.

Deutschland: Vollzeitstellen der Finanzämter zum Jahresende aus den Antworten der Bundesregierung auf Anfragen aus dem Bundestag (Drucksachen 19/13748, 19/28322, 20/7292, 21/2452, 20/13523 für Soll-Stellen, besetzte Stellen und einsetzbares Personal 2023; 21/2452 für unbesetzte Stellen 2023 und 2024) und für 2025 vom Bundesministerium der Finanzen („Die Steuerverwaltung in Deutschland“, 2026). Die Beschäftigten der privaten Kanzleien zählt die Bundesagentur für Arbeit als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, WZ 69.2, jeweils zum 30. Juni 2014 bis 2025, verglichen mit allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die Zahl für die gesamte Finanzverwaltung stammt aus der Personalstandstatistik von Destatis, Aufgabenbereich Finanzverwaltung (einschließlich Zoll, Finanzministerien, Landeskassen und Bezügestellen), zum 30. Juni 2024 mit 197.800 Beschäftigten, diese Zahl dient nur der Einordnung Deutschlands und geht in keinen Ländervergleich ein. Die Zahl der Gewerkschaft stammt von der Kampagnenseite der DSTG („rund 45.000 fehlende Beschäftigte“), hochgerechnet aus einer Studie zum gesamten öffentlichen Dienst. Die Reihe des Finanzamtspersonals ist das Arbeits-Ist in Vollzeitäquivalenten, die Soll-Stellen sind darin nicht abgebildet. Die Karte beruht auf Ländergrenzen von GISCO, © EuroGeographics.

Robustheit: Deutschland liegt je Einwohner im Jahr 2024 auf Platz 7 von 27 (2023 auf Platz 6), unter den reinen Steuerverwaltungen auf Platz 3 von 14 und bei den Kosten auf Platz 3 von 27; seine Kostenquote liegt seit 2018 in jedem Jahr zwischen 1,2 und 1,4 Euro je 100 Euro. Gemessen an der Bevölkerung belegte Deutschland von 2018 bis 2021 Platz 8, 2022 Platz 7 von 26 (für Rumänien fehlen Angaben), 2023 Platz 6 und 2024 Platz 7, das Ergebnis ist also kein Einjahreseffekt. Auf der privaten Seite bleibt Deutschland beim Verhältnis unter jeder Abgrenzung in der unteren Hälfte (Köpfe, nur Arbeitnehmer, ohne Frankreich oder ohne die Finanzplätze). Die vollständige Berechnung mit allen Formeln gibt die Pressestelle von BuchhaltungsButler auf Anfrage heraus.