Pkw kaufen & buchen – das müssen Sie wissen

Lea Interthal
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Pkw kaufen & buchen | BuchhaltungsButler

Die Buchung eines Pkws erfolgt gemäß den Bilanzierungsrichtlinien auf dem Konto 0320 “Pkw”. Für die Erfassung sind die steuerliche Zuordnung zum Betriebs- oder Privatvermögen sowie die Anschaffungskosten relevant. Wie die Anschaffungskosten ermittelt werden und wie man den Pkw-Neukauf buchen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Firmenfahrzeuge & die steuerliche Zurechnung

 Zu den Firmenfahrzeugen gehören neben Pkws noch Lkws und sonstige Transportmittel (Bsp.: Roller oder Fahrrad). Bevor Sie einen Pkw nach dem Kauf buchen, müssen Sie zuerst feststellen, ob der Pkw ein Firmenfahrzeug ist. Der Anteil der betrieblichen Nutzung entscheidet darüber, ob das Fahrzeug dem Privatvermögen des Nutzers oder dem Betriebsvermögen des Unternehmens zugerechnet wird. Die einkommensteuerlichen Grenzen sind gesetzlich definiert:

  • Betriebliche Nutzung über 50%: das Fahrzeug gehört zum Betriebsvermögen und alle Kosten können steuerlich abgesetzt werden.
    → der Anteil der Privatfahrten muss jedoch versteuert werden
  • Betriebliche Nutzung weniger als 10%: das Fahrzeug gehört zum Privatvermögen und Aufwendungen dürfen nicht als Betriebsausgaben abgesetzt werden.
    → Aufwendungen für Geschäftsreisen können über die gesetzliche Kilometerpauschale abgerechnet werden
  • Betriebliche Nutzung zwischen 10 und 50%: es besteht die Wahl, das Fahrzeug als gewillkürtes Betriebsvermögen anzusetzen und somit als Einlage zu verbuchen.

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Umsatzsteuerliche Zuordnung von Pkws

Die umsatzsteuerliche Zuordnung zum Unternehmensvermögen unterliegt anderen Regeln als der Einkommensteuer:

  • Betriebliche Nutzung zu 100%: der Vorsteuerabzug kann geltend gemacht werden, sofern kein Grund dagegen spricht (Bsp.: Tätigung steuerfreier Umsätze).
    → es gilt hier ein Zuordnungsgebot
  • Betriebliche Nutzung über 10%: bei einer gemischten Nutzung, bei der der betriebliche Anteil bei mindestens 10% liegt, kann das Unternehmen zwischen folgenden Optionen entscheiden:
    • volle Zuordnung zum Betriebsvermögen: der höchstmögliche Vorsteuerabzug kann geltend gemacht werden
    • volle Zuordnung zum Privatvermögen: es ist kein Vorsteuerabzug möglich
    • anteilige Zuordnung: das Firmenfahrzeug wird im Umfang der tatsächlichen betrieblichen bzw. privaten Nutzung dem Vermögen zugeordnet

Wie setzen sich die Anschaffungskosten eines Pkws zusammen?

Die Anschaffungskosten eines Firmen-Pkws setzen sich aus dem Anschaffungspreis, den Anschaffungspreisminderungen, den Anschaffungsnebenkosten und den nachträglichen Anschaffungskosten zusammen.

  • Anschaffungspreis: bestehend aus Kaufpreis sowie dem Aufpreis für alle Gegenstände, die fest mit dem Auto verbunden sind (Sonderausstattung).
    → Beispiele: eingebautes Radio / Navigationssystem
  • Anschaffungspreisminderungen: umfassen alle Rabatte, Skonti oder Boni, die beim Kauf des Autos gewährt wurden. Die Anschaffungspreisminderungen werden vom Anschaffungspreis abgezogen und mindern die Anschaffungskosten.
  • Anschaffungsnebenkosten: hierunter fallen alle nicht wiederkehrenden Aufwendungen, die notwendig sind, um den Pkw in einen betriebsbereiten Zustand zu bringen. Diese Aufwendungen werden in die Anschaffungskosten mit eingerechnet, sofern sie durch den Kauf verursacht worden sind. Darüber hinaus müssen sie der Anschaffung des Autos einzeln zugerechnet werden können.
    → Beispiel: Aufwendungen für den ersten Satz Winterreifen mit Felgen oder Werbeaufdruck
  • Nachträgliche Anschaffungskosten: sind Erweiterungen oder wesentliche Verbesserungen. Diese erhöhen die Bemessungsgrundlage der planmäßigen Abschreibung und müssen dem Anschaffungspreis hinzugerechnet werden.
    → Beispiel: der Pkw wurde ohne Navigationsgerät gekauft – nach einem Jahr wird ein fest verbautes Gerät nachgerüstet

Ob die Umsatzsteuer zu den Anschaffungskosten zählt, hängt von der umsatzsteuerlichen Zuordnung und der Berechtigung des Vorsteuerabzugs ab. Es sind grundsätzlich alle Unternehmen zum Vorsteuerabzug berechtigt, die steuerbare Umsätze tätigen und die Umsatzsteuer selbst ausweisen. Ist das nicht der Fall, zählt die Umsatzsteuer zu den Anschaffungskosten hinzu und erhöht die Bemessungsgrundlage der linearen Abschreibung.

Berechnung der Anschaffungskosten anhand eines Beispiels

Die Firma ABC GmbH kauft Anfang des Jahres 2022 einen Firmenwagen, der ausschließlich betrieblich genutzt wird. Das Unternehmen ist zum Vorsteuerabzug berechtigt, demnach wird die Umsatzsteuer nicht zum Anschaffungspreis gezählt. Der Netto-Kaufpreis inkl. der gewählten Sonderausstattung liegt bei 27.500,00€. Auf den Listenverkaufspreis hat das Unternehmen aufgrund guter Geschäftsbeziehungen 10% Rabatt erhalten. Die Werbeaufschrift hat 300,00€ gekostet. 

Das Autohaus hat die Zulassung des Autos übernommen und Nummernschilder angebracht. Für diesen Service stellt es dem Unternehmen 350,00€ in Rechnung. Die Überführungskosten liegen bei 750,00€. Das Auto kam aus dem Werk mit Sommerreifen, da Anfang März allerdings noch Schnee liegt, muss das Unternehmen Winterreifen inkl. Felgen (990,00€) kaufen. Die Montage der Winterreifen hat 70,00€ gekostet. Alle genannten Preise sind Netto-Preise.

Berechnung der Anschaffungskosten:

Berechnung der Anschaffungskosten für einen PKW Neukauf
27.500,00€ Kaufpreis inkl. Sonderausstattung
= 27.500,00€ Anschaffungspreis
2.750,00€ Anschaffungspreisminderung (10% Rabatt)
→ 27.500,00€ x 0,1 = 2.750,00€
+ 350,00€ Anschaffungsnebenkosten: Zulassung + erste Nummernschilder
+ 750,00€ Anschaffungsnebenkosten: Überführungskosten
+ 300,00€ Anschaffungsnebenkosten: Werbeaufschrift
+ 990,00€ Anschaffungsnebenkosten: Winterreifen + Felgen
+ 70,00€ Anschaffungsnebenkosten: Montage Winterreifen
= 27.210,00€ Anschaffungskosten (netto)

Die Kosten müssen dem Fahrzeugerwerb eindeutig zuzuordnen sein, da diese sonst nicht mit in die Berechnung der Anschaffungskosten einfließen dürfen. 

Auto buchen: SKR03

In der Theorie werden Firmenfahrzeuge auf das Konto “Fuhrpark” gebucht. Beim Buchen des Autokaufs werden die Konten 0320 “Pkw”, 1576 “Abziehbare Vorsteuer 19%” und 1200 “Bank” angesprochen. Würde das Auto in bar oder auf Ziel gekauft werden, kämen die Konten 1000 “Kasse” oder 1600 “Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen” infrage. Die abzugsfähige Vorsteuer beträgt: 27.210,00€ x 0,19 = 5.169,90€. Es ergeben sich folgende Buchungssätze:

So wird PKW Kauf gebucht

Autokauf

s 0320; PKW 27.210,00€
s 1576; Abziehbare Vorsteuer 19% 5.169,90€
h 1200; Bank 32.379,90€

Da das Auto ein Wertgegenstand des Anlagevermögens ist, wird es gemäß der AfA-Tabelle auf 6 Jahre abgeschrieben. Die Abschreibung wird auf Basis der Bemessungsgrundlage berechnet, die den Anschaffungskosten entspricht. Die Buchung der Abschreibung erfolgt auf das Konto 4832 “Abschreibungen auf Kfz”. 

  • Abschreibungen Jahr 1: 27.210,00€ / 6 Jahre = 4.535,00€

Abschreibung Kfz im Jahr des Kaufs

s 4832; Abschreibungen auf Kfz 4.535,00€
h 0320; Pkw 4.535,00€

Zusammenfassung: Pkw Neukauf buchen

Welcher Betrag auf den Konten gebucht wird, hängt von den Anschaffungskosten ab. Die Anschaffungskosten setzen sich aus dem Kaufpreis, jeglicher Anschaffungspreisminderungen, Anschaffungsnebenkosten und nachträglichen Anschaffungskosten zusammen. Es dürfen bei der Berechnung nur die einmaligen Aufwendungen berücksichtigt werden, die in direktem Zusammenhang mit dem Kauf des Autos stehen.

Das Firmenfahrzeug wird gemäß der AfA-Tabelle auf 6 Jahre abgeschrieben. Die Bemessungsgrundlage der Abschreibungen sind die berechneten Anschaffungskosten.

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FAQs

Wie bucht man einen Autokauf?

Die Buchung des Autokaufs erfolgt auf dem Konto 0320 “Pkw”. Darüber hinaus muss die Vorsteuer auf dem Konto 1576 “Abziehbare Vorsteuer 19%” ausgewiesen werden, sofern das Unternehmen vorsteuerabzugsberechtigt ist. Das Gegenkonto bildet die Bank (1200), die Kasse (1300) oder Ähnliches. 

Was gehört alles zu den Anschaffungskosten eines Pkws?

Zu den Anschaffungskosten eines Pkws gehören der Anschaffungspreis inkl. der Sonderausstattung, gewährte Anschaffungspreisminderungen (Bsp.: Rabatt, Skonto), die Anschaffungsnebenkosten (Bsp.: Überführungskosten) und alle nachträglichen Anschaffungskosten.